Hermann Döbber (links im Bild), Vorstandsmitglied des Vitus e.V., und der Künstler Peter Thomas

25 Jahre hingen sie im Alten Rathaus – viele Halterner haben sich im Standesamt unter den Gemälden von Peter Thomas ihr Jawort gegeben. Jetzt sollen die Bilder einem gemeinnützigen Zweck zugeführt werden: Der Maler Peter Thomas, Mitglied im Vestischen Künstlerbund, stellt drei seiner Bilder dem Vitus-Haus für eine Versteigerung zur Verfügung. Der Erlös kommt der gemeinnützigen Arbeit des Vereins „Vitus e.V.“ zugute. Eines der Bilder ist bereits ersteigert worden. Der Markt- bzw. Versicherungswert jedes Gemäldes beträgt 1000 Euro. Das Mindestgebot liegt jeweils bei 500 Euro. Die Ausstellung einer Spendenquittung ist möglich. Besichtigt werden können die Bilder dienstags und mittwochs jeweils zwischen 15 und 17 Uhr sowie freitags zwischen 11 bis 13 Uhr. Gebote mit Angabe des gewünschten Bildes können bis zum 15. Mai gerichtet werden an: vorstand@vitus-haltern.de.

Der Rat der Stadt Haltern am See hat durch Beschluss vom 31.03.2022 die Möglichkeit geschaffen, einen anlassbezogenen Bürgerrat durchzuführen. Seit dieser Woche liegen im VITUS-Haus Postkarten aus, auf denen Bürger der Stadt Haltern am See ihre lokalpolitischen Anliegen aufschreiben und an die Stadtverwaltung richten können. Außerdem können Interessenten ihre Vorschläge per E-Mail (buergermeister@haltern.de) an Bürgermeister Andreas Stegemann richten. Die Themenvorschläge sollen konkret formuliert, strittig und auf kommunaler Ebene umsetzbar sein. Anschließend erfolgt eine Beratung und Beschlussfassung im Rat, welches vorgeschlagene Thema durch einen Bürgerrat behandelt werden soll. Es handelt sich vorerst um einen Versuch, um mittels dieser Instanz eine Demokratiewirkung zu erzeugen.
Am 20. April um 19:00 Uhr findet im VITUS-Haus eine Informationsveranstaltung des Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt statt. Es soll über die Idee und die Funktionsweise eines Bürgerrates und dessen Einflussmöglichkeit informiert werden.

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Orangenbaum

Der Verein Vitus (Verein zur Integration, Teilhabe und Solidarität) hat eine Aktion organisiert, bei der 1,5 Tonnen Bio-Apfelsinen aus Kalabrien verkauft wurden. Apfelsinen nicht nur biologisch angebaut, sondern auch mit guten Löhnen für die Arbeiter:innen. (Die Aktion ist Teil der Kampagne “Süß statt bitter” des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantworung der Evangelischen Kirche von Westfalen.)

Die Halterner Kirchengemeinden unterstützten die Aktion. 20 Kisten gingen als Spenden an die Halterner Tafel, 10 Kisten an geflüchtete Menschen. Die Aktion soll wiederholt werden (siehe dazu auch den Artikel in der Halterner Zeitung v. 3.12.2022).

Hintergrund

Wer “normale” Apfelsinen aus Italien kauft, muss damit rechnen, dass diese alles andere als “bio” und in aller Regel mit Ausbeutung von Migrant:innen verbunden sind. In Kalabrien kontrolliert die Mafia das Orangengeschäft, von der Produktion über den Einsatz von Migranten in sklavenartigen Arbeitsverhältnissen bis hin zum Verkauf. “Das System hat in Italien längst einen eigenen Namen: Agromafia”, schreibt “Die Welt” (Das dreckige Geschäft mit Mafia-Orangen, 03.04.2018). Deutsche Handelsketten sind wohl auch beteiligt (siehe dazu auch den Beitrag in “Die Welt”). “Die Abnehmer der Früchte sind multinationale Konzerne und Handelsketten. Sie diktieren den Bauern die Preise, die nicht einmal die Produktionskosten decken. So bezahlen große Handelsketten nur 12 Cent/kg Orangen. Die Produktionskosten liegen bei mindestens 20 Cent/kg. Deshalb haben die Bauern nur zwei Möglichkeiten: entweder die Früchte auf den Plantagen verfaulen zu lassen oder die Tagelöhner auszubeuten. Überall in Südeuropa schuften Migranten für Hungerlöhne auf Obst- und Gemüseplantagen. Die moderne Sklaverei ist eine Folge des globalen Wettbewerbs.” (https://eine-welt-gruppen.de/orangen-aktion/).

In Rosarno, einer Kleinstadt in Kalabrien, helfen von November bis April rund 2.500 Wanderarbeiter, überwiegend afrikanische Geflüchtete, bei der Orangenernte. Der Lohn liegt bei 25 Euro pro Tag, die Arbeiter leben unter menschenunwürdigen Bedingungen in Zelten.